Juni bis Oktober 2024

Die Formen der Energie

Das Thema Energie betrifft unser tägliches Leben. In einer vernetzten Welt, die sich über die Folgen der globalen Erwärmung und ökologische Dringlichkeiten Sorgen macht, tragen auch KünstlerInnen mit ihrer Sensibilität und ihrem kreativen und kritischen Blick dazu bei, diese Dringlichkeit und Realität zu thematisieren. Das CIS, das in einer Region von aussergewöhnlicher Schönheit und natürlicher Zerbrechlichkeit liegt, trägt ebenfalls zur Thematisierung dieses Aspekts bei und widmet sein Sommerprogramm dem Thema Energie in seinen verschiedenen Bedeutungen. 

Im Centro Internazionale di Scultura werden drei Künstlerpersönlichkeiten vorgestellt, die sich in einem weiteren und vielfältigeren Sinne mit dem Thema Energie auseinandersetzen: 

Flavio Paolucci, ein Künstler aus Biasco, der 2024 seinen 90. Geburtstag feiert, der Doyen der Tessiner Bildhauerei, ein weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannter Künstler, wird drei Werke ausstellen, von denen zwei noch nie ausgestellt wurden. Die beiden grossformatigen Werke verbinden Glas und Stein zu einem konzeptionellen Ganzen und thematisieren das Schmelzen der Gletscher, den Kontrast zwischen mineralischer und natürlicher Energie; Paoluccis drittes Werk, ein Ei aus Marmor, perfekt gearbeitet und von einer hölzernen Hülle geschützt, evoziert die allumfassende Energie des Lebens.

Penelope Margaret Mackworth Praed, eine englisch-schweizerische Künstlerin, die seit 1977 im Tessin lebt, vervollständigt das Projekt mit ihren jüngsten Werken, Metallskulptur-Filigranen, die auf mathematischen und statistischen Berechnungen basieren, mit denen die Künstlerin die sie umgebenden Naturphänomene konfrontiert und "misst". Mackworth Praed bietet uns eine faszinierende und einzigartige Sicht auf den Kosmos und die Verflechtung von geologischen und natürlichen Phänomenen. Für die Ausstellung im CIS wird sie auch ein neues Werk schaffen, mit dem sie der geologischen Energie und den schillernden Effekten huldigen will.

Garda Alexander, eine in Deutschland geborene und in Zürich lebende Künstlerin, die zum ersten Mal im Tessin ausstellt, präsentiert ihre Licht Objekte, in denen chromatische Energie und Lichtenergie in grossen Gemälden kombiniert werden, die aus Farbschichten bestehen, von denen ein starker Magnetismus ausgeht. Die malerisch-installativen Werke von Garda Alexander sind der abstrakten Kunst zuzuordnen und zeichnen sich durch grosse geometrische Felder aus, die "leuchtende Umgebungen schaffen, in denen Licht und Farbe zeitlos sind".

Co-Kuratoren
Gianna A. Mina und e Diego Stephani