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Pierino Selmoni, Shinroku Shimokawa

Die aktuelle Ausstellung (2022) gründet auf der Idee, die Position eines in der Region verankerten Bildhauers, Pierino Selmoni, mit der eines international tätigen Künstlers, Shinroku Shimokava, zu spiegeln, der auch einer der ersten Artists in Residence im Internationalen Skulpturenzentrum, dem CIS, 2021 war, und der mit den strukturellen Besonderheiten des Ortes vertraut ist. Die Verbindung mit einer Tessiner Künstlerpersönlichkeit und die Erweiterung des Ausstellungskonzepts mit einem international tätigen Künstler sind zwei wesentliche Faktoren für die Positionierung des CIS im In- und Ausland. [eher Erweiterung statt Eröffnung, oder?]

Pierino Selmoni (1927-2017) ist einer der letzten und grossen Vertreter der mit traditionellen Techniken und Werkzeugen hergestellten Bildhauerei im Kanton Tessin (Schweiz).

Als profunder Kenner des Materials Stein und der überlieferten Bildhauer- und Schneidetechniken – so sehr, dass Künstler wie Jean Arp und Max Bill ihn während ihrer Aufenthalte in Locarno in Remo Rossis Saleggi-Atelier mit Ausführungsarbeiten betrauten [sonst unverständlich]– experimentierte er mit neuen Materialien (z.B. Eisen) und Techniken (z.B. Schweissen).

Shinroku Shimokawa (*1979) studierte an der Universität der Künste in Tokio (2000-2005) und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (-2015), wo er seit 2011 lebt. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, in Tokio und in Deutschland. In seinen Steinarbeiten, die vielfach von Videoprojektionen begleitet werden, thematisiert der japanische Künstler Zerbrechlichkeit und Angst, aber auch Herstellungsprozesse, Eigenschaften des Materials oder Grösse des Objekts, Raum und Zeit; Themen, die der Künstler nicht nur in der Bildhauerei, sondern auch in alltäglichen Beschäftigungen wie dem Kochen, der primären Grundlage für gemeinsame Erfahrungen, untersucht.

Der Titel der Ausstellung La Leggerezza della pietra bezieht sich auf Balanceakte, mit denen beide Künstler, Pierino Selmoni und Shinroku Shimokawa, scheinbar unbewegliche Steine auszubalancieren vermögen; gleichzeitig ist er für die Kuratorinnen eine Anspielung auf Milan Kunderas grossen Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (1984), in dem Liebe, Sexualität und Politik einen lebenslangen Kampf um ein gutes Leben andeuten.

Opening am 5. Juni 2022!